Harnröhren- und Blasenspiegelung

Die Urethrozystoskopie (Harnröhren- und Blasenspiegelung) ist eine urologische Untersuchung der Harnblase, bei der mit einem speziellen Endoskop, dem Zystoskop, die Harnblase untersucht wird. Beim Mann wird immer die Harnröhre mit untersucht.

Die Urethrozystoskopie wird durchgeführt bei:

  • bei Verdacht auf einen Blasentumor
  • im Rahmen der Tumornachsorge nach Blasentumoren
  • bei Verdacht auf Fremdkörper in der Harnblase
  • im Rahmen der Abklärung bei häufigen Blasenentzündungen
  • bei Blasenentleerungsstörungen, wenn der Verdacht auf ein Abflusshindernis besteht
  • bei Harninkontinenz zur Beurteilung des Schließmuskels
  • bei Verdacht Fistelbildung zwischen Harnblase und Darm oder Vagina
  • bei Verdacht auf Fremdkörper in der Harnröhre
  • bei Verdacht auf eine Harnröhrenenge

Bei Vorliegen einer Infektion der Harnröhre, Harnblase, Prostata und Nebenhoden sollte eine Urethrozystoskopie nicht erfolgen. Es besteht hier die Gefahr der Keimverschleppung und damit der akuten Verschlimmerung, bzw. Ausbreitung der Infektion. Ist dennoch eine Spiegelung zur Diagnostik erforderlich, muss eine ausreichende Antibiotikagabe vorausgehen.

Die starre Urethrozystoskopie wird in der so genannten Steinschnittlage durchgeführt. Der Patient liegt hierbei auf dem Rücken und die Beine sind angewinkelt und nach außen gespreizt. Beim Mann wird das Gerät unter Sicht über die Harnröhre bis in die Blase vorgeschoben. Bis zur Harnblase wird hierfür eine Optik verwendet, die streng geradeaus blickt (0° oder 5° Winkel). In der Blase wird dann eine Optik mit einem um 30°, 70° oder 120° Winkel verwendet. Bei der Untersuchung wird zuerst die Harnröhre bis zum äußeren Schließmuskel beurteilt. Anschließend erfolgt die Beurteilung der prostatischen Harnröhre. Nach Wechsel der Optik wird nun die gesamte Harnblase systematisch untersucht. Bei der Frau erfolgt das Einführen des Gerätes in aller Regel blind, d.h. die Optik wird erst nach Erreichen der Harnblase eingesetzt.

Im Unterschied zur starren Urethrozystoskopie kann der Patient bei der flexiblen Urethrozystoskopie auch flach auf dem Rücken liegen. Die Beurteilung erfolgt analog zur starren Vorgehensweise.

Die starre Technik bietet durch größere Arbeitskänale bessere Spül-, und Manipulationsmöglichkeiten. Die Leistungsfähigkeit der verwendeten Optiken und die Lichtausbeute sind besser. Im Vergleich zur flexiblen Technik wird sie jedoch häufiger als unangenehm bis schmerzhaft empfunden. Das flexible Verfahren hat neben der geringeren Beeinträchtigung den Vorteil, dass es auch angewendet werden kann, wenn eine Steinschnittlagerung nicht möglich ist. Durch die flexible Spitze ist ein Wechsel der Optiken nicht nötig.

Wir setzen in unserer Praxis nur bei Notwendigkeit die starre Technik ein. Die in unserer Praxis eingesetzten modernen flexiblen Endoskope haben in der wichtigen Bildqualität kaum Nachteile sind aber bedeuten beschwerdefreier als die starren Endoskope.

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