Ambulante Operationen

Vasektomie mit der "no-scalpel-methode"

Die Sterilisation des Mannes (Vasektomie)

Die Sterilisationsoperation ist ein kleiner Eingriff, der selten zu Komplikationen führt. Die Operation wird bei uns in der Praxis in örtlicher Betäubung (Infiltrations-anästhesie) nach der Methode der "no-scalpel-Vasektomie" durchgeführt.

Bei der "no-scalpel Vasektomie" erfolgt nur eine kleine Hautöffnung, die Freilegung des Samenleiters wird dann mit Spezialinstrumenten (spezielle Ringklemme und spezielle angeschärfte Dissektions-Klemme) durchgeführt. Das Risiko von Schmerzen während und nach der Operation sowie das Risiko einer Nachblutung oder Infektion wird mit der no-scalpel Vasektomie deutlich verringert. Die Hormonproduktion in den Hoden bleibt erhalten und auch die Erektionsfähigkeit des Penis wird nicht beeinflusst.

Die Spermienproduktion im Hoden wird durch die Vasektomie nicht gestoppt. Jedoch werden die Spermien nach der Durchtrennung der Samenleiter nicht mehr weitergeleitet. Die weiterhin produzierten Spermien werden vom Nebenhoden resorbiert. Das Ejakulat, das zum größten Teil in der Prostata produziert wird (und nicht etwa im Hoden), ist nach der Vasektomie ohne Spermien, verändert sich ansonsten weitgehend nicht. Die Ejakulation verändert sich also nicht.

Selten kann es auch nach einwandfreier Vasektomie zu einer sog. „spontane Rekanalisation“ kommen. Dieses würde zu einer erneuten Durchgängigkeit der Samenleiter für die Spermien führen. Noch seltener ist der Fall, dass ein Mann einen dritten Samenleiter hat, der dann die Samenzellen weiterhin leitet. In diesen beiden Fällen muss eine zweite Operation durchgeführt werden. Um dieses auszuschließen wird 6 und 12 Wochen nach dem Eingriff das Ejakulat auf Spermien untersucht. Bei fehlenden Spermien ist der Verschluß der Samenleiter nachgewiesen. Zum Ausschluß einer Spät-Rekanalisation, wird nach einem Jahr noch einmal das Ejakulat untersucht.

Der Eingriff dauert etwa dreißig Minuten. Bitte bleiben Sie noch ca. 30 Minuten zur Überwachung bei uns. Der selbstauflösende Hautfaden fällt nach ca. zwei Wochen von selbst ab. Er muss also nicht gezogen werden. Sie können bereits am 2 Tag nach der Operation wieder duschen .

Wie bei jeder Operation kann es auch bei der Durchführung der Vasektomie zu Komplikationen kommen, die jedoch selten und meist unproblematisch sind. Mögliche Folgen sind:

  • Wundinfektionen (bis 6%)
  • Blutergüsse (bis 20%)
  • Nebenhodenentzündungen (0,5-5%)
  • Abszessbildungen (bis 5%)
  • Spermagranulome (3-8%)

Achtung, man ist nicht sofort nach dem Eingriff unfruchtbar!

Die Samenzellen werden zwar nicht mehr über die Durchtrennungsstelle der Samenleiter weiter transportiert, aber es sind noch zahlreiche Spermien hinter der Durchtrennungsstelle auf dem Weg zur Prostata und werden noch dem Ejakulat beigemengt. Erst nach zahlreichen Ejakulationen sind alle Spermien herausgespült. Die Untersuchung des Ejakulates 6 und 12 Wochen nach der Vasektomie wird dann aufzeigen, dass keine Spermien mehr im Ejakulat sind. Erst danach kann die Unfruchtbarkeit sicher festgestellt werden. Bis dahin müssen Sie weiter Verhütungsmaßnahmen ergreifen.

Die Untersuchung des Ejakulats 6 und 12 Wochen nach dem Eingriff führen wir in unserer Praxis durch. Bitte bringen Sie hierfür uns das Ejakulat in einem Becher innerhalb von einer Stunde in die Praxis. Den Becher bekommen Sie in jeder Apotheke.

Vor dem Eingriff:

  • Bitte entfernen Sie am Abend vor der Operation mit einem Einmalrasierer die Schambehaarung. So kann der Eingriff einfacher und steriler durchgeführt werden.
  • Die "no-scalpel-Vasektomie" wird in Lokalanästhesie durchgeführt. Sie brauchen daher nicht nüchtern zur Operation zu kommen.

Nach dem Eingriff:

  • Planen Sie 2-3 Tage ein, in denen Sie sich körperlich nicht anstrengen sollten (Schreibtischarbeit ist meist schon möglich).
  • Wenn es zu Spannungsgefühlen in Hoden oder Leiste kommt, ist das normal. Kühlen mit Cool-Packs bringt oftmals eine Entlastung. Wenn Sie Schmerzmittel nehmen Sie bitte keine, die Acetylsalicylsäure enthalten (wie Aspirin). Ibuprofen und Paracetamol sind unbedenklich.
  • Nach 3-4 Tagen Enthaltsamkeit ist ein aktives Sexualleben wieder möglich. Geben Sie den Unterbindungsstellen der Samenleiterstümpfe diese Zeit zur Abheilung, um eine etwaige Samengranulombildung, die eine Rekanalisation verursachen könnte, zu vermeiden.
  • Beide ausgeschalteten Samenleiter brauchen ca. 20 Samenergüsse bis sie „leer gelaufen“ sind. Daher wird eine erste Kontrolle des Ejakulats auf Spermienfreiheit nach 6 Wochen erfolgen. Eine zweite Sicherheitskontrolle erfolgt dann 2-3 Wochen später. Bevor es grünes Licht für ungeschützten Verkehr gibt, sollten zwei Proben frei von Spermien sein.
Kosten:

Die Kosten werden weder bei gesetzlich versicherten Patienten, noch bei Privatpatienten von Ihrer Krankenkassen übernommen. Die Kosten für die Voruntersuchung inkl. Beratungsgespräch, die eigentliche Operation und die 2 erforderlichen Spermiogramme nach der Operation belaufen sich auf insgesamt ca. 450,- Euro.

Bemerkung:

Eine Vasektomie kann nur mit viel und Kosten verbundenem Aufwand rückgängig gemacht werden Die Erfolgsraten dieser Operationen liegen je nach Studienlage selten höher als 50%. Daher solle die Entscheidung zur Vasektomie gut bedacht sein.

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